Frühkindliche Reflexe
Frühkindliche Reflexe bilden die Basis einer "guten" Entwicklung. Diese beginnt während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter. Bereits dort enstehen die ersten Reflexe, die das Ungeborene z.B. zur Entwicklung des Atemmechanismus oder zum Üben der Saug- und Schluckbewegungen, aber auch zum Bewegen benötigt, wenn es auf der Welt ist.
So wird jedes Baby mit einer Vielzahl von frühkindlichen Reflexe geboren. Sie sind dafür verantwortlich, dass aus unbewussten (nicht beeinflussbaren) Bewegungen bewusste, (vom Kind beeinflussbare) Bewegungen entstehen.
Das Kind sammelt mit der Zeit Erfahrungen durch verschiedenste Sinneseindrücke und die frühkindlichen Reflexe reifen aus bzw. werden gehemmt (stehen jedoch weiterhin für den Notfall zur Verfügung). Damit kann ein Kind zunehmend Bewegungen automatisieren (z.B. Laufen, Schwimmen, Radfahren).
Was ist, wenn dies nicht gelingt?
Gelingt es einem Kind aufgrund unterschiedlicher Störfaktoren nicht, die frühkindlichen Reflexe vollständig auszureifen und zu hemmen, beeinträchtigen sie das Kind trotz meist guter Intelligenz in seiner normalen Entwicklung.
Das Kind erreicht nicht die Leistungsfähigkeit, die dem Alter entsprechend erreicht werden könnte. Lernprobleme, Verhaltensauffälligkeiten oder motorische Schwierigkeiten können die Folge sein.
Man spricht dann von neurophysiologischer Entwicklungsverzögerung.
Viele Kinder haben über die Zeit gelernt diese Probleme anderweitig zu kompensieren. Da diese Kompensation viel Kraft kostet, fehlt die Energie an anderer Stelle. Meist zeigt es sich in Schulproblemen oder Verhaltensänderungen. Das Kind leidet unter der Situation, aber auch der gesamte Alltag einer Familie kann dadurch erheblich beeinträchtigt werden.
